Rubrik: Medienmitteilungen

Umsetzung Preisgünstiger Wohnraum

An der Urnenabstimmung vom 10. Juni 2018 beschlossen die Weggiser Stimmberechtigten vier Änderungen des Zonenplans und Änderungen des Bau- und Zonenreglements. Damit ist nun insbesondere der Weg frei für das Projekt der Baugenossenschaft Pro Familia Weggis für den Aufbau von acht preisgünstigen Wohnungen auf den Werkhof im Dörfli

Am Urnengang vom 10. Juni 2018 ging es zum einen um die Schaffung der zonenrechtlichen Grundlage sowie des entsprechenden Vertrags mit der Baugenossenschaft Pro Familia Weggis für die Erstellung von preisgünstigem Wohnraum im Gebiet des gemeindeeigenen Werkhofs.

Aufbau von acht preisgünstigen Wohnungen auf den Werkhof im Dörfli
Auf dem Werkhof im Gebiet Dörfli, auf Grundstück Nr. 356, können gemäss einer Machbarkeitsstudie und einem statischen Nachweis acht Wohnungen (4x 3 ½ , 2x 4 ½ und 2x 5 ½ - Zimmerwohnungen) mit 835 m2 Nettowohnfläche aufgebaut werden. Mit der regierungsrätlichen Genehmigung der für dieses Projekt notwendigen Umzonung kann nun die Baugenossenschaft Pro Familia Weggis die weitere Planung und Realisierung dieses Aufbauprojektes an die Hand nehmen. Am 9. Januar 2019 hat der Gemeinderat mit der Baugenossenschaft Pro Familia Weggis den öffentlich beurkundeten Vertrag betreffend eine Parzellierung auf dem Grundstück Nr. 356, Dörfli, die Begründung von Stockwerkeigentum und den Verkauf von acht Stockwerkeinheiten gegen Leistung einer Entschädigung von 1,130 Mio. Franken unterzeichnet. Mit der Umsetzung dieses Projektes wird einem der Anliegen der Weggiser Raumplanung – der Schaffung von preisgünstigem Wohnraum – Rechnung getragen.

Der Inhalt des Vertrages

Der am 9. Januar 2019 vom Gemeinderat und der Baugenossenschaft Pro Familia Weggis unterzeichnete Vertrag beinhaltet im wesentlichen folgende Vereinbarungen:

  • Begründung von Stockwerkeigentum, Definierung der Wertquoten: 253/1000 Miteigentum für gewerbliche Zwecke in den bestehenden Räumen im Unter- und Erdgeschoss (Werkhof der Gemeinde Weggis) und 747/1000 Miteigentum für die projektierten acht Wohnungen.

     

  • Reglement der Stockwerkeigentümer: Im Reglement der Stockwerkeigentümer, welches im Grundbuch angemerkt wird, ist u.a. festgehalten, dass sämtliche Beschlüsse der Stockwerkeigentümergemeinschaft der Zustimmung der Einwohnergemeinde Weggis bedürfen. Zudem wird im Reglement auf die Duldung von durch den Werkhofbetrieb verursachten Immissionen hingewiesen.

     

  • Übertragung von acht Stockwerkeinheiten: Die Einwohnergemeinde Weggis überträgt der Baugenossenschaft Pro Familia Weggis das Eigentum an den acht Stockwerkeinheiten für die Wohnungen, welche von der Baugenossenschaft auf eigene Kosten erstellt werden.

     

  • Entschädigung an die Gemeinde: 1.130 Mio. Franken für 747/1000 Miteigentum bzw. die acht Stockwerkeinheiten (basierend auf der Verkehrswertschätzung der Balmer Etienne AG, Luzern).

     

  • Leistung der Entschädigung: Zahlung der Baugenossenschaft Pro Familia Weggis an die Gemeinde am Tage des Vertragsabschlusses 630‘000 Franken. Für 50‘000 Franken, welche anteilsmässig mit dem Kaufpreis verrechnet werden, zeichnet die Einwohnergemeinde Weggis 100 Genossenschaftsanteile der Baugenossenschaft Pro Familia Weggis zu je 500 Franken. Für den Rest von 450‘000 Franken gewährt die Einwohnergemeinde Weggis der Baugenossenschaft Pro Familia Weggis ein zinsfreies Darlehen, rückzahlbar in 20 Jahresraten mit Sicherstellung durch Errichtung eines Grundpfandes.

     

  • Vorkaufsrecht: Es wird ein gegenseitiges Vorkaufsrechtsrecht der Eigentümer aller Stockwerkeinheiten begründet und im Grundbuch eingetragen.

     

  • Mietzinse: Bei der Mietzinsgestaltung sind die Grundsätze der Kostenmiete gemäss Mietrecht und die Richtlinien des Gemeinderates Weggis zum preisgünstigen Wohnraum vom 28. März 2018 verbindlich.

     

  • Erstellungs- und Umbaukosten: Die Kosten für den Bau der Wohnungen sowie für Anpassungen und Umgebungsarbeiten (u.a. Parkplätze) gehen zu Lasten der Baugenossenschaft Pro Familia Weggis. Dazu gehören insbesondere: Zusätzliche Stützen, neuer Raum für die Putzmaschine, Erstellung eines Veloraums, Verlegung des Waschplatzes.

     

  • Vertragskosten und Steuern: Die Vertragskosten werden von der Einwohnergemeinde Weggis und der Baugenossenschaft Pro Familia Weggis je zur Hälfte getragen. Die Handänderungssteuern gehen zu Lasten der Baugenossenschaft Pro Familia Weggis. Die Einwohnergemeinde Weggis ist von der Leistung einer Mehrwertabgabe nach den neuen Vorschriften des Planungs- und Baugesetzes des Kantons Luzern befreit.  

Vertragsunterzeichnung Pro Familia
Vertreter der Baugenossenschaft Pro Familia Weggis und des Gemeinderates bei der Vertragsunterzeichnung, von links nach rechts: Godi Marbach, Geschäftsführer und Gemeindeschreiber; Roger Dähler, Gemeindepräsident; Notar Beat Mühlebach; Philipp Christen, Gemeinderat; Willy Felder, Kassier der Baugenossenschaft Pro Familia Weggis und Kurt Zimmermann, Präsident der Baugenossenschaft Pro Familia Weggis.

Zwei Gemeindeabstimmungen am 10. Februar 2019

Bereits im kommenden Monat werden die Weggiserinnen und Weggiser über zwei Gemeindevorlagen an der Urne Beschluss fassen. Es sind dies Entscheide über den Aufbau eines Chinderhus und die Sanierung der Mehrzweckhalle Sigristhofstatt und eine Umzonung im Gebiet der Arbeitszone Weiher.

Am Abstimmungssonntag vom 10. Februar 2019 sind die Weggiser Stimmberechtigten eingeladen, an der Urne zu zwei Vorlagen Stellung zu nehmen, welche für die Entwicklung unseres Dorfes von grosser Bedeutung sind: Einerseits geht es um einen Sonderkredit von 4,485 Mio. Franken für den Aufbau eines Chinderhus mit Sanierung der Mehrzweckhalle Sigristhofstatt, andererseits um die Zonenplanänderung Arbeitszone Weiher, Parzelle Nr. 2025, Teilfläche. Die Abstimmungsunterlagen mit dem Bericht des Gemeinderates zu diesen Gemeindevorlagen wurden den Stimmberechtigten in den letzten Tagen zugestellt.  Die öffentliche Orientierungsversammlung zur Gemeindeabstimmung vom 10. Februar 2019 findet am Dienstag, 22. Januar 2019, 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle Sigristhofstatt statt.

 

 

| 18.01.2019

 

 

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