Rubrik: Medienmitteilungen

Steinbruch Obermatt: Fallboden ist geräumt

Beim stillgelegten Steinbruch Obermatt gab es in den Jahren 1964 und 2007 grosse, unkontrollierte Felsabbrüche in den Vierwaldstättersee. Die in den Vierwaldstättersee abstürzenden Felspakete führten zu starken Impulswellen welche grosse Schäden am Seeufer in der Obermatt, in Vitznau und in Weggis verursachten. Nun liegt der Abschlussbericht über die Räumung des Fallbodens vor.

Nach den Felsabbrüchen vom 26. Juli 2007 hat eine interkantonale Arbeitsgruppe das weitere Vorgehen besprochen und eine Vorstudie an das Büro Louis Ingenieurgeologie GmbH, Weggis, in Auftrag gegeben.

Aktive Schutzmassnahmen

Auf der ebenen Sohle des ehemaligen Steinbruches bildete das über die Jahre heruntergestürzte Gestein einen rund 50'000 m3 festen Sturzkegel. Durch die Räumung dieses Sturzkegels und das kontrollierte Ausbilden eines Fallbodens können abstürzende Felspakete liegen bleiben oder abgebremst werden.

Der in Auftrag gegebene Bericht kam zum Schluss, dass die Räumung der Sturzschutthalde im Steinbruch zur Erstellung eines flachen Fallbodens die einzige aktive Schutzmassnahme ist. Damit könnten Impulswellenbildungen - Schwallwellen auf das gegenüber liegende Seeufer der Luzerner Seegemeinden - durch Felsstürze weitgehend verhindert oder zumindest vermindert werden.

Auftragserteilung durch die Genossenkorporation Ennetbürgen

Nach umfangreichen Abklärungen erteilte die Genossenkorporation Ennetbürgen als Bauherrschaft den Auftrag für die Ausführung des anspruchsvollen Räumens des Fallbodens. Es galt vor allem unter Beachtung des obliegenden labilen Felsgefüges und des Waldes durch Massnahmen und Überwachung für die Sicherheit der Arbeitenden auf dem Fallboden zu sorgen. Die Arbeitsplätze in den eingesetzten Maschinen wurden zusätzlich geschützt. Das Sturzmaterial wurde mittels Bagger in ein Verklappungsschiff verladen, das dann das Sturzmaterial am Fuss des unterseeischen Schuttkegels verklappte. Der Fallboden konnte im vergangenen Winter 2010/2011 unfallfrei und termingerecht geräumt werden. In diesen Tagen hat die Genossenkorporation Ennetbürgen dem Gemeinderat den Abschlussbericht über die Räumung des Fallbodens beim Steinbruch Obermatt zugestellt. Im Abschlussbericht u.a. wird festgehalten, dass der Nutzen der realisierten Massnahme die zeitlich beschränkte Wirkung des Fallbodens für kleinere und mittlere Felsstürze umfasst.

Überwachungskonzept wird der neuen Situation angepasst

Nach den Felsabbrüchen 2007 wurde unter der Leitung der Feuerwehr der Seegemeinden ein Überwachungskonzept eingeführt. Dieses Warn- und Evakuierungskonzept kann nun auf Grund der neuen Situation bzw. Gefahrenminderung, welche durch die Räumung des Fallbodens entstanden ist, den aktuellen Verhältnissen angepasst werden.

Vorleistungen der Gemeinde Weggis

Nach den Felsabbrüchen 2007 hat der Gemeinderat Weggis verschiedene Aufträge (Abklärungen, Kontroll- und Überwachungsmassnahmen etc.) erteilt, deren Kosten von der Gemeinde Weggis vorfinanziert wurden. Der Gemeinderat steht mit dem Kanton Nidwalden, der Gemeinde Ennetbürgen und der Genossenkorporation Ennetbürgen in Kontakt betreffend Rückerstattung dieser Kosten. | 08.07.2011

Verlad des Sturzmaterials mittels Bagger ins Verklappungsschiff
Verlad des Sturzmaterials mittels Bagger ins Verklappungsschiff

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