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100 Jahre Lido 1919 - 2019

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Zwei Jubiläumsanlässe: 3. Mai und 15. Juni 2019

Der 100. Geburtstag des Weggiser Strandbades wird in der Sommersaison mit zwei offiziellen Anlässen gefeiert - zum einen ist es die Saisoneröffnung am Freitagabend, 3. Mai 2019, zum andern der Samstagnachmittag am 15. Juni 2019.

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Auf viele Besucherinnen und Besucher freut sich das Organisationskomitee: Roger Dähler, Co-Vorsitz; Godi Marbach, Co-Vorsitz; Stefan Aeschi, Infrastruktur; Laurent Fankhauser, Protokoll, Vertretung Schwimm-Club Weggis; Thomas Schmid, Logo/Ausstellung, Vertretung SLRG Weggis; Andrea Steiner, Verpflegung, Lido-Restaurant; Cornelia Studer, Aktivitäten, Vertretung Lido; Alexandra Bernasconi, Aktivitäten, Wasser-Sicherheit.


Als das Strandbad noch «Schandbad» genannt wurde

100 Jahre Badefreuden im Weggiser Strandbad

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Blenden wir zurück: Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg riefin Weggis die Idee eines Strandbades wieder wach, nachdem bereits 1905 eine erste Anregung zum Bau einer Badeanstalt gemacht worden war. Auf Initiative des damaligen Posthotel-Besitzers, Politikers, Majors, Theaterdichters und Feldmusikdirigenten Andreas Zimmermann beschloss der Kurverein diese neue Attraktion  an seiner Generalversammlung vom 12. Oktober1918. Ein Komitee schrieb in seiner Eingabe an die Versammlung: «Zu einem modernen See-Kurort gehören nicht nur schattige Promenaden, schmucke Quais, Spazierwege, Aussichtspunkte, Schiff- und Ruderfahrten und Musikunterhaltungen, sondern auch in erster Linie Seebäder!»

Erfolg schon im ersten Betriebsjahr

Die Eröffnung des neuen Strandbades fand dann bereits am Sonntag, 20. Juli 1919 statt. Initiant Andreas Zimmermann gab mit seiner Feldmusik ein Eröffnungsständchen, und bald, so zeigt es ein Foto, stieg auch er mit Badekostüm aus dem Wasser. Das Weggiser Strandbad hatte Erfolg: 31'596 Personen verzeichnete es noch im ersten Betriebsjahr! Doch der Erfolg rief auch bald Neider und Warner auf den Plan. «Nun zog man in der Presse, auf der Strasse und auf der Kanzel über das sittenverderbende Bad los, in allen Tonarten und Stärken. Aus dem Strandbad wurde nun plötzlich ein Schandbad», so heisst es in einer Chronik des Kurvereins.

«Schändliches Treiben»

Was war der Grund für diese Negativ-Beurteilung? Nun, hier war schweizweit das erste Strandbad entstanden, in welchem Männer und Frauen nicht abgetrennt in eigenen, voneinander gänzlich abgeschirmten Bereichen badeten. Man schwamm und tummelte sich ganz einfach gemeinsam im offenen See, vergnügte sich auf dem Sprungturm oder auf dem Floss. Eine Anekdote zeigt eine Folge dieses in damaliger Zeit «ach so schändlichen Treibens»: Die Kinder aus dem Waisenhaus im Eggisbühl, Hertenstein, hatten die strikte Anweisung einzuhalten, dass sie ja den Umweg über die Eichi nehmen mussten, wenn sie zur Schule ins Dorf marschierten. Sie durften auf keinen Fall am Strandbad vorbei, dort, wo sich heute noch hinter der mittlerweile denkmalgeschützten Kabinenfront die Sonnen- und Badehungrigen tummeln.

Aufseher sorgten für Zucht und Ordnung

Aufgrund vieler Forderungen verfügte schliesslich der Regierungsrat des Kantons Luzern einige Massnahmen: Alle männlichen Strandbadbesucher von mehr als zwölf Jahren mussten ein brustbedeckendes Badegewand tragen (die weiblichen sowieso), das Bad musste über die heisseste Mittagszeit geschlossen werden, und das Fotografieren war, nachdem ein Bild des Weggiser Strandbades mit einem nackten, planschenden Dreijährigen in einer Zeitung veröffentlicht worden war, gänzlich verboten. Ein vom Regierungsrat bestellter Aufseher sorgte nun für das, was man damals unter Zucht und Ordnung verstand.

Quelle: "Cheschtene und Fiige", Weggiser Lesebuch, Kurverein Weggis 1993

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